einführung/intro

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machen wir ein zahlenspiel:

"staat 1.0"
1789 - demos in paris. franz. revolution.
1989 - demos in berlin. deutsche revolution.

"staat 2.0"
1831 - erste liberale verfassung in der schweiz.
2031 - erste tri-nationale verfassung am bodensee.

das ist reine rhetorik. wobei...
in der folge der französischen revolution wurde in der pampa die grundlagen für den schweizerischen bundesstaat entwickelt. spindeldürr, bärenstark, ein liberaler nachtwächterstaat. nein: nicht von experten. von wilden studenten... die experten sind erst später gekommen ;-))

schon damals hatten die thurgauer bauern rote nasen und dicke bäuche. die grossen demos fanden nicht auf dem land statt. und das ist heute wiederum ganz ähnlich. die grossen veränderungen finden nicht am bodensee statt.
aber... also... ähm...
;-)

was wir zweitens zum ausdruck bringen wollen:
wir sind der meinung, dass nach 200 jahren sich zu viel verändert hat, als dass wir weiterhin an der "verfasstheit" in der version 1.0 nachbessern sollten. wir möchten umstandlos an der "verfasstheit 2.0" arbeiten...

(und bevor wir fragen, wie eine neue verfasstheit aussehen müsste auch überlegen, ob die idee des staates nicht zu bitterst versagt hat, als dass wir eine fortsetzung davon wollen ;-)

 

sie haben noch nicht genug?
also: lesen sie weiter:
zum beispiel peter heintz, jean ziegler, moritz leuenberger

oder sehen sie sich folgendes an:

 

Peter Heintz schreibt 1973 in seinem Vorwort zur zweiten Auflage von "Anarchismus und Gegenwart" im Karin Kramer Verlag Berlin: "...die Versuche, die Wirklichkeit und ihre Möglichkeiten einzuschränken, werden immer deutlicher sichtbar. Zudem betreffen die auffallendsten sozialen Neuerungen gerade Macht und Mittel der Gewalt. Das Gegenstück zum positiven Anarchismus illustrieren am besten jene Intellektuelle, die sich selbst als Sklaven der Macht deklarieren und sich ihr in einem Masse unterwerfen, das weit über das hinausgeht, was diese Macht zu erzwingen vermag. Man baut sich ein Gefängnis, das viel weniger Freiheit zulässt als die reale Machtstruktur, und weigert sich, dieses Gefängnis zu verlassen. Andres ausgedrückt, die Möglichkeit, die sich gerade aus der Emanzipation von Herrschaftsideologien ergeben, werden nicht nur nicht benutzt, sondern in autoritärer Weise negiert oder sogar verstopft. Der Autoritarismus hat sich seit langem nicht mehr so deutlich zu erkennen gegeben wie gerade in dem Augenblick, in dem neue Möglichkeiten entstanden sind und sich der menschliche Aktionsraum vergrössert hat. Zudem dürfte es ein leichtes sein, jene imaginären Gefängnisse in reale umzugestalten, und dann bleibt nichts mehr von der Emanzipation übrig, die sich in den anarchistischen Zeichen der Zeit angekündigt hat. Desto wichtiger scheint es mir, dass selbst bescheidene Möglichkeiten in herrschaftsarmen Räumen realisiert werden und damit Zeugnis ablegen von dem menschlichen Lern- und Neugerungspotenzial."

def: für den positiven anarchismus gilt, dass er "ein positives verhältnis zu den unbekannten, ignorierten wirklichkeit zu realisieren versucht."

 

"die einzige gegengewalt, die im entstehen begriffen ist, besteht aus den neuen sozialen bewegungen, die keine parteien sind, keine gewerkschaften, keine guerillaarmeen. sondern etwas ganz neues. sie arbeiten mit einem strikten minimum an verwaltungskosten und kennen keine bürokratisierung. bei ihrer entscheidungsfindung spielt ideologie eine sehr geringe rolle. sie reagieren mit rechtschaffenem pragmatismus, von fall zu fall. sie sind hyperaktiv und betreiben gewissermassen die permanente demonstration, die ihren widersachern keine atempause gönnt. eine extreme geistige und organisatorische mobilität kennzeichnet ihre aktionen. ihren jeweiligen besonderheiten und anliegen bleiben sie treu, jede hierarchie ist ihnen verpönt. sie verabscheuen die normierung - der sprache, der methoden des kampfes. sie lieben den austausch der ideen."

(jean ziegler in: das buch, http://www.das-buch.ch, ausgabe frühling 2003, seite 11, interview: georges neuvecelle)

 

ganze rede als pdf
auszüge aus der festansprache in frauenfeld:
bundesrat moritz leuenberger, 22.08.2003

"Der Thurgau war ein Kanton der entschlossenen Veränderer" "- nicht der Bewahrer, sondern der Erneuerer."
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"Der Kanton Thurgau hat die föderalistische und liberale Entwicklung in der ganzen Schweiz aktiv geprägt und gefördert"
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"die föderalistische Schweiz (braucht) starke, eigenwillige Kantone."

"Der Thurgau machte vor, wie man solche Chancen nutzen kann: als Laboratorium, das im Kleinen Dinge ausprobiert, welche sich die Grossen vielleicht noch nicht leisten können oder wollen, die sie aber später gerne übernehmen."
.

weiter mit leuenberger:

"Diese Triebkraft war vor 200 Jahren im Thurgau vorhanden:
  • Bereits 1798 haben sich die Thurgauer von den Herrenkantonen befreit – noch bevor Napoleons Armee einmarschierte.
  • Die erste revolutionäre Volksversammlung der Eidgenossenschaft fand am 22. Oktober 1830 in Weinfelden statt. Das war vor dem Ustertag, der in Zürich jährlich gefeiert wird. Einberufen hat diese historische Versammlung der Thurgauer Thomas Bornhauser, Theologe, Dichter und Politiker
  • Die erste liberale Verfassung der Schweiz war die des Kantons Thurgau vom 26. April 1831. Sie ebnete den Weg zur modernen Demokratie.
  • Es war der Thurgau, welcher das Initiativ- und Referendumsrecht auf Bundesebene initiierte und auch sonst die Bundesverfassungen von 1848 und 1874 sehr stark geprägt hat. Treibkraft war der Thurgauer Politiker Johann Konrad Kern. Wie so viele hatte auch er in Berlin und Heidelberg studiert und so einen Blick von aussen auf seine Heimat gewonnen.
  • Dass die Thurgauer Promotoren Anderwert und Deucher dann noch Bundesräte wurden, zeigt: Erneuerer waren damals geachtet und hatten ein grosses Vertrauen.
anpassen was nicht mehr passt!

 

thomas bornhauser
thurgauer rebell
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